Barbara Ricken

Die Efeufrau
(erscheint Mai 04 - Betzel Verlag - 198 S - ISBN 3932069242 / 11.80 €)

Sie ist klein, die heile Welt in dem ländlichen Ort in der Nähe von Baden-Baden. Hier das Efeu umwobene Haus, dort der idyllische Garten. Doch trotz des schönen Scheins, das Leben der Eva Brandner ist aus den Fugen geraten: Acht Tage ohne ein Lebenszeichen sind verstrichen, seit ihr Mann sich - wie jedes Jahr - auf eine vierwöchige Wanderung durch die Alpen begeben hat. Den Riesenrucksack samt Zelt auf dem Buckel geschnallt. Sie macht sich mehr als nur Sorgen...

Oberkommissar Zacher ist ein erfahrener Mann, in Evas Fall aber steht er vor einem Rätsel. Irgendjemand muss den Vermissten doch gesehen haben! Oder liegt ein Verbrechen vor? Weiß die Frau vor seinem Schreibtisch mehr als sie zugibt?

  Anmerkung:
Barbara Ricken, eine Autorin der sanften Töne und leisen Morde. In ihrem neuen Buch erzählt sie das Leben einer Frau in ihrer "heilen" Welt, die plötzlich zusammenbricht. Ganz einfühlsam beschreibt sie dem Leser die seelische Verfassung ihrer Hauptdarstellerin (Eva Brandner), deren Ängste und Erkenntnisse. Ständig befindet sich der Leser zwischen Realität und der Gedankenwelt von Eva. Damit erzeugt die Autorin beim Leser besondere Spannung. Barbara Ricken zeichnet sich und das Buch aus, durch ihre besondere Beobachtungsgabe, wie ein Mensch in extremen Situationen reagiert.
Fazit: Ein Krimi für Genießer.

zur Geschichte:
Eva Brandner glaubt sich in einem schlechten Traum. Doch beim Öffnen der Augen sieht sie ihre Tochter Nina, die sie vorwurfsvoll anschaut. Sie weiß, was sie möchte. Eva soll endlich die Polizei einschalten, denn schließlich ist der Vater und Ehemann Ernst Brandner seit 8 Tagen fort, ohne Nachricht für seine Angehörigen. Jedes Jahr wandert er 4 Wochen durch die Alpen, doch die Stille ist ungewöhnlich. - Eva rafft sich auf und ruft die Polizei an. Am Nachmittag geht sie dort mit Nina hin. Oberkommissar Rolf Zacher nimmt die Vermisstenmeldung auf, doch Eva und Nina spüren, dass er ihnen nicht glaubt. Sie informiert ihre Schwiegermutter, die auch ohne Postkarte geblieben ist und meldet sich bei ihrer Tochter Anna in Australien. Eva will sie in den nächsten Wochen besuchen kommen, doch im Moment schaut es nicht danach aus. - Ihr Verhältnis zur Tochter Nina ist schwierig. Der erste Freund, der vermisste Vater und die Launen einer 15-jährigen sind oftmals mehr, als Eva ertragen kann. Immer wieder kommen Nachtträume, aber auch am Tag ist sie immer wieder in Gedanken versunken. Denkt an die guten Zeiten zurück, an ihre Mutter, die ihr so fehlt und lässt ihre Ehe Revue passieren. Was ist ihr eigentlich geblieben? Der Garten - das Efeu umrankte Haus. - Immer wieder reißen Menschen sie aus ihrer Ruhe. Edda, die sie von einer Rom-Reise kennen, kommt mit italienischen Pusteln zu ihr. Heike, die immer gerne helfen möchte taucht auf und Freundin Mia drängt auf die Reise nach Australien. Und Eva... es bricht eine Welt über ihr zusammen und sie muss doch so stark sein... ob sie das auf Dauer schafft?

(27.05.04) ****

   
   
Zuckerpuppen
(erschienen Juli 01 - BoD Verlag - 168 S - ISBN 3831120676 / 10,50 Euro)

Handlungsort des Kriminalromans ist ein Hotel in den Bergen - heiß geliebte Sommerfrische für Lena und ihre zwei Töchter. Und nicht nur für sie. Jahr für Jahr trifft sich hier der engste Freundeskreis für zwei Wochen märchenhaften Urlaubs. Nur - diesmal stehen die Vorzeichen schlecht. Diesmal kommt alles ganz anders.

Ein unerwartetet eintreffendes Geschenk des Hotels zwingt Lena, sich noch einmal zu erinnern, um damit die traumatischen Ereignisse in jenem Jahr ein für alle Mal aufzuarbeiten... (09.01.04)

  Anmerkung:
In meinen Augen hat die Autorin keinen Krimi, sondern einen romantischen Roman rund um Familie, Verstorbene und Freunde geschrieben. Die Erzählungen der Autorin erinnern mich sehr an ein Tagebuch, dass nun endlich geführt werden muss, um Lebensereignisse ihren Platz zuzuweisen. Dabei nimmt sie den Leser mit in verschiedene Welten. Lena erinnert sich an Kindheitstage, schreibt über das Leben mit ihrer Familie heute und trägt uns mit ihren Gedanken zurück zu diesem Sommerurlaub, der das Leben von vielen Menschen verändert hat. Ja, in dieser Geschichte gibt es den Tod, auch den Mord, aber für mich sind es mehr die Schicksale, die hinter dieser Story stehen. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass diese Geschichte tragisch ausgehen wird, das sich Menschen verlieren, sogar sterben, aber auch Menschen Erfahrungen sammeln und sich finden in einer anderen Welt, einer neuen Zukunft. Die Autorin hat diesen Roman sehr fließend geschrieben und ihre romantischen Beschreibungen zeugen von viel Einfühlungsvermögen.

Alles beginnt damit, dass bei Lena und ihrer Familie eine Schneekugel des Hotel "Scheunenhof" mit der Post ankommt. Ihre Kinder und auch ihr Mann reagieren zunächst beunruhigt auf dieses Präsent und auch Lena selbst. Doch nimmt sie all ihren Mut zusammen und erzählt ihrem Tagebuch die Geschichte der letzten Sommerfrische auf dem "Scheunenhof". Während Ulli aus beruflichen Gründen noch in der Toskana weilt, treffen sich zur Sommerfrische bereits Lena mit ihren Töchtern Rieke und Sanne, sowie Thomas und Jana, Vera, Johanna und Bärlein, sowie Max und Sophie mit Marie auf dem "Scheunenhof". Schon ihre Ankunft in diesem Jahr ist merkwürdig. Ein Sarg verlässt das Hotel. Die Freude ist groß die Freunde wieder zu sehen und nach kurzer Zeit machen sich Lenas Töchter bereits selbstständig. Ein Wolf scharrt die jungen Mädchen um sich und Lena beunruhigt das sehr. Aber auch Jana, die ihr wie eine Schwester ist, gibt ihr Anlass zur Sorge. Die Wanderungen ermüden sie schnell, sie spritzt oft Insulin und scheint mit Thomas im Moment auf Kriegsfuß zu stehen. Seine Mutter, Vera, begleitet die beiden, und dass hasst Jana. Max macht seiner Frau Sophie die größten Sorgen. Er kann kaum laufen, benötigt einen Arzt und verbringt die meiste Zeit im Hotel. Lena versucht sich durch Fitness zu beruhigen. Dann passieren im "Scheunenhof" mehrere Ereignisse. Der Wolf entpuppt sich und greift nach der jüngsten Tochter... und Jana wird tot im Solarium gefunden... Was ist nur los mit der Sommerfrische?

Da meine Seite sich mit Krimis beschäftigt bewerte ich das Buch mit *** Sternen, als Roman würde ich das Buch mit **** Sternen bewerten. In beiden Kategorien ist das Buch sehr empfehlenswert! (11.01.04)

   
   

 

Homepage Barbara Ricken

 

Home Bücherverzeichnis Autoren A-Z Bewertungen Verlage Neuerscheinungen Foren Links

© Friedrich Sulzer